EONIA Zinssatz – Euro Overnight Index Average
Im Rahmen moderner Kapitalanlagen muss sich der Anleger, ob nun Einsteiger oder Profi, immer wieder aufs Neue mit Fachbegriffen auseinandersetzen, zu denen unter anderem auch der EONIA gehört. Es handelt sich dabei um die Abkürzung für
- Euro Overnight Index Average
Ein Zinssatz, welcher für Tagesgeld im Interbankenhandel erhoben wird. Der Begriff Tagesgeld darf in diesem Rahmen aber nicht mit der Anlageform im Privatkundengeschäft verwechselt werden, sondern bezieht sich auf
- Kapitalausleihungen zwischen Kreditinstituten “über Nacht”
Grundlage der Berechnung des EONIA sind die Daten von 57 ausgewählten Banken. Zwar liegt die Vermutung nahe, dass es sich hierbei nur um Institute der Eurozone handelt, sechs Datensätze werden aber von Banken außerhalb der EU geliefert. Von den verbleibenden 51 Banken gehören lediglich 47 der Eurozone an. Um dem EONIA die notwendige Aussagekraft zu verleihen, werden durch die EZB (Europäische Zentralbank) vorhandene Extremwerte eliminiert, woraus sich am Ende ein gemittelter Zinssatz ergibt. Für den einzelnen Anleger stellt das Wissen über den Zinssatz allein weder einen Vor- noch Nachteil dar.
Erst unter dem Gesichtspunkt, dass einige der bekanntesten Anlageprodukte auf dem EONIA basieren und ihn als Referenz für ihre eigenen Zinssätze nutzen, wird dessen Bedeutung für die Kapitalanlagen klar. Wichtige Produkte, die mit dem Euro Overnight Index Average in enger Verbindung stehen, sind etwa einzelne Geldmarktfonds der Banken oder die Tagesanleihe des Bundes. Letztere orientiert sich mit ihrem Tageszins direkt am Wert des EONIA, weshalb Anleger dessen Änderungen sofort in ihrem Portfolio zu spüren bekommen.

