EURIBOR – Euro Interbank Offered Rate

Der EURIBOR, die Euro Interbank Offered Rate, ist für die Banken im Euroraum eine entscheidende Größe, die jeden Tag mit Spannung erwartet wird. Der Wert gibt an, zu welchem Zinssatz Banken ihre Termingeschäfte untereinander abwickeln und wirkt sich damit direkt auf die Konditionen bei den Festgeldzinsen und Tagesgeldzinsen für Endverbraucher aus. Er bezieht sich auf Geschäfte mit Laufzeiten von ein bis drei Wochen sowie von ein bis zwölf Monaten. Eingeführt wurde der EURIBOR am 1. Januar 1999 durch die “Financial Markets Association” (ACI). Sie löste damit den FIBOR (Frankfurt Interbank Offered Rate) ab und schuf eine Alternative zum noch heute bestehenden LIBOR (London Internbank Offered Rate).

So wird der EURIBOR ermittelt

Der EURIBOR stellt einen Durchschnittswert dar. Um ihn ermitteln zu können, leiten ausgewählte Banken ihre Angebotssätze für Termingelder weiter – jeden Tag um punkt 11 Uhr Brüsseler Zeit. Ein Informationsanbieter wertet die Daten aus. Die höchsten und niedrigsten Zinsangebote werden bei diesem Verfahren gestrichen, um ein möglichst neutrales und unverfälschtes Bild zu erhalten. Angewandt wird die so genannte “actual/360-Methode”. Das heißt, die Zinsberechnung erfolgt unter der Annahme, dass jedes Jahr pauschal 360 Tage hat. Ähnlich wird beim EONIA vorgegangen, dem Euro Overnight Index Average. Er steht für den Tagesgeldzinssatz und damit kurzfristige Anlagen in Euro.

Wie wirkt sich der EURIBOR aus?

Vom Prinzip her wurde mit dem EURIBOR zwar ein Referenzzinssatz geschaffen, der hauptsächlich die Banken und ihre Geschäfte untereinander betrifft. Doch er wirkt sich auch recht deutlich auf die Zinsen bei Fest- und Tagesgeld sowie bei Krediten aus. Je höher der EURIBOR ist, desto höher fallen in der Regel auch die Zinsen aus. Sackt der EURIBOR hingegen ab, müssen sich auch die Kunden auf schlechtere Konditionen einstellen. Nur bei Krediten ist ein niedriger Referenzzinssatz von Vorteil für Verbraucher. Sie können kurzfristige Kredite in dem Fall günstiger aufnehmen. Ähnlich verhält es sich mit dem Leitzins der Europäischen Zentralbank (EZB). Wie EURIBOR und EONIA sorgt auch der EZB-Leitzins für ein stetes Auf und Ab bei den Zinsen für Geldanlagen und Kredite.

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