Fonds gegen den Fiskus
Altbestände bei Anlagezertifikaten und auch bei Bonus- und Discountpapieren unterliegen bereits heute der eingeschränkten Steuerbefreiung. Steuerfrei sind die Gewinne nur noch vollständig, wenn die Papiere bereits vor dem 15. März 2007 eingekauft wurden oder bis zum 30. Juni 2009 verkauft werden, vorausgesetzt das zwischen Ein- und Verkauf mindestens 12 Monate liegen. Ab dem kommenden Juli sind dann also keine solchen steuerfreien Gewinne mehr zu erzielen. Trotz einer eingeräumten Übergangszeit für solche Zertifikate und Papiere und sicherlich so manchem Für und Wieder, welches Inhaber abwägen müssen, zeichnet sich schon heute deutlich eine neue Strategie ab, dem Fiskus nachhaltig zu entkommen, vorerst.
Zwar hat diese neue Strategie gewisse Risiken, unterliegt sie doch den Schwankungen an der Börse, aber es zeigt sich bereits jetzt deutlich, dass die Mehrheit der Anleger umschichtet und den Weg eines höheren Risikos einschlägt. Die neue Strategie sieht vor, dass die vorliegenden Zertifikate in Fonds umgewandelt werden und so mit auch der Steuer entgehen. Der dabei entstehende Kostenaufwand drückt zwar auf die Renditechance, schreckt aber offenbar nicht so sehr ab, wie die Auferlegung einer Steuer. In einen solchen Fondsmantel gehüllt ist die Rendite an sich zwar schon nicht mehr so hoch, wie sie üblicherweise bei einem Zertifikat hätte sein können, aber der entstehende Steuervorteil gleicht das aktuell noch bestens aus.
Abschließend sei noch erwähnt, dass alle Fonds und auch Zertifikate, die nach Juni 2009 ihren Stichtag haben, sowieso unter die Abgeltungssteuer fallen.

