Großbritannien wartet mit Unternehmens-Bürgschaften auf
Was hierzulande im Rahmen der Verhandlungen bezüglich des zweiten Konjunkturprogramms noch immer ein heißes Eisen im Diskussionsfeuer ist, nimmt in Großbritannien bereits eine richtige Form an.
Subventionen und Bürgschaften für Unternehmen sind bei uns nach der Forderung des nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Rüttgers, der sich für die Schaffung eines so genannten Deutschlandsfonds aussprach, ganz oben auf der Debatten-Hitliste.
Die Regierung in London hat unter dessen für die Firmen der heimischen Wirtschaft schon jetzt Nägel mit Köpfen gemacht und ein Programm auf die Beine gestellt, das in Milliardenhöhe schwer belasteten Unternehmen Bürgschaften verschaffen soll. Dabei geht es vorrangig um die Unternehmen, die von Banken derzeit nur unter hohen Auflagen Kredite bewilligt erhalten.
Dies sind insbesondere die kleinen und mittelständischen, denen ohne staatliche Hilfe vielfach nur der Weg in die Insolvenz bleiben würde. Die britische Regierung sieht in dem Ansatz ein notwendiges Modell, um bestehende Kredite zu refinanzieren. Das gesamte Finanzpaket soll eine Größenordnung von etwa 22 Milliarden Euro umfassen.
Auch bei uns werden derartige Maßnahmen vermutlich einen Großteil des neuen 50 Milliarden Euro schweren Konjunkturpaketes ausmachen, da die Banken nicht im gewünschten Maße Kredite an die Unternehmen weitergeben. Eine weitere Parallele: Auch in Großbritannien läuft allmählich die Legislaturperiode ab, spätestens in 18 Monaten muss gewählt werden.

