Private Krankenversicherung vs. Gesundheitsreform
Nach der Reform ist vor der Reform könnte man meinen, denn sobald Neuerungen und Gesetzesänderungen in Kraft getreten sind formieren sich an verschiedensten Fronten bereits Widerstände und Verbesserungsvorschläge. Nach der letzten Reform ist vor allem von Seiten der privaten Krankenkassen eine Menge Negatives zu hören. Das System würde geschwächt. Begründet wird dies durch den nicht kostendeckenden Basistarif, der dann wiederum von allen Kunden subventioniert werden müsste. Auch der Wechsel von der GKV in die PKV ist schwerer geworden und so gehen die Zahlen der privat versicherten Bürger weiter zurück.
So geht der allgemeine Wirtschaftsaufschwung vornehmlich an den privaten Kassen ziemlich vorbei und so waren es im laufenden Jahr gut 10.000 Kunden weniger, die in die private Kasse eingetreten sind als noch im Vorjahr. Dennoch wächst die Zahl der Zusatzpolicen, die auch von den privaten Kassen angeboten werden. Der Umsatz der rund 650.000 Zusatzpolicen beläuft sich derweil auf gute 19 Millionen. Auch im kommenden Jahr rechnet die Branche mit Zuwächsen von rund 1,5 Prozent.
Für die privaten Kassen ist also mehr eine Umsatzumschichtung geschehen, als ein wirklicher Umsatzrückgang. Im kommenden Jahr wird auch die veränderte Beitragssituation zu den Riesterverträgen noch mal positiv auf die Neukundenetwicklung auswirken. Unklarheiten bestehen für den Versicherungssektor auch nur noch bei den Punkten Abschluss- und Vertriebskosten. Grundsätzlich ist also trotz aller negativer Gegenstimmen die Gesundheitsreform sicherlich kein wirtschaftliches Todesurteil für die Struktur der PKV in Deutschland.

