Bad Bank – Was ist eine Bad Bank?

Bad Bank, schlechte Bank – ein Begriff, der viel Spielraum lässt und daher oft völlig falsch verstanden wird. Eine “Bad Bank” ist kein Kreditinstitut im herkömmlichen Sinne, bei dem Kunden ein Konto eröffnen oder beispielsweise Tagesgeld investieren können. Sie ist vielmehr ein Zwischenlager, in dem Wertpapiere deponiert werden, die sich negativ auf die Bilanz und das Eigenkapital der Bank auswirken. Verglichen werden diese Papiere gerne mit “Giftmüll”. Dabei handelt es sich in der Regel um hochspekulative Finanzgeflechte, die in der Hoffnung auf eine hohe Rendite gekauft wurden, sich jetzt dank der Krise aber als Nullnummer herausstellen. Sie ziehen viele Banken wie Blei nach unten.

Bilanzprobleme der Banken ziehen weite Kreise

Diese Wertpapiere führen in jedem Quartal zu Abschreibungen, die wiederum mit eigenem Kapital hinterlegt werden müssen. Je mehr Geld für den “Giftmüll” abgestellt werden muss, desto weniger Finanzmittel stehen für Kredite bereit. Daraus ergibt sich auf Dauer ein Teufelskreis: Kein Geld für Kredite, kein Anschub für die Wirtschaft, Stillstand und Fortdauern der Finanz- und Wirtschaftskrise – um es einmal sehr drastisch darzustellen. Um den Sog so früh wie möglich zu stoppen, hat sich die Bundesregierung zum “Bad Bank”-Modell durchgerungen. Es soll den Banken die Chance geben, sich von den “Leichen” im Keller zu befreien, um wieder ordentlich wirtschaften zu können.

Bad Bank: Giftmüllabfuhr in Form einer Zweckgesellschaft

Das Prinzip “Bad Bank” basiert nicht auf Zwang. Banken müssen diesen Weg nicht beschreiten, können es aber, wenn sie darin einen Ausweg sehen. Dazu müssen sich vorab dem so genannten Stress-Test unterziehen. Er soll aufzeigen, ob die Gründung einer Bad Bank tatsächlich als Lösung in Frage kommt. Dabei geht es in erster Linie darum, wie anfällig die Bank für mögliche Verluste ist. Besteht das Unternehmen den Test, hat es den Segen des Bankenrettungsfonds SoFFin und kann ihren Giftmüll an die Bad Bank abgeben. Ganz so einfach, wie es klingt, ist das Verfahren allerdings nicht.

So funktioniert die Bad Bank

Der erste Schritt ist die Gründung einer Zweckgesellschaft, der Bad Bank, für die keine Banklizenz nötig ist. Dann können die schlechten Wertpapiere übertragen werden. Allerdings nicht eins zu eins, sondern mit einem Abschlag von zehn Prozent des Buchwertes mit dem sie am 30. Juni 2008 in den Bilanzen auftauchen – sofern er nicht höher ist als der Buchwert am 31. März 2009. Damit steht fest, welchen Wert die Papiere haben und wie hoch die Einlagen bei der Bad Bank zu diesem Zeitpunkt sind. Als Ausgleich erhalten die Banken von den Zweckgesellschaften Schuldverschreibungen über genau diesen Wert. Die Garantie für die Schuldverschreibungen gibt der Staat über den Bankenrettungsfonds SoFFin. Mit diesen Papieren kann sich die Bank dann frisches Kapital bei der Bundesbank besorgen. Das Eigenkapital ist damit nicht mehr an die Giftpapiere gebunden und kann frei verwendet werden, idealerweise für Kredite, mit denen die Wirtschaft wieder in Schwung kommen soll.

Wer zahlt für die Bad Bank?

Die Kosten für die Bad Bank und den Tausch von schlechten in gute Papiere müssen die Banken tragen. Sie zahlen eine Garantiegebühr für die Schuldverschreibungen und müssen Ausgleichszahlungen vornehmen. Deren Höhe richtet sich nach dem Buchwert und dem Fundamentalwert der Papiere, die bei der Bad Bank eingelagert sind. Der Fundamentalwert gibt den voraussichtlich schlechtesten Wert an, den die Papiere bei ihrer Fälligkeit haben werden. Viele der Papiere laufen erst in 20 oder 30 Jahren aus und sind sehr komplex gestrickt. Daher ist es schwer, den Fundamentalwert überhaupt zu bestimmen. Diese Aufgabe übernehmen Sachverständige. Die Differenz vom Buch- zum Fundamentalwert müssen die Banken in Raten an die SoFFin zahlen – vorgesehen sind maximal 20 Jahre. Werden die Wertpapiere später mit Gewinn verkauft, haftet die Bad Bank damit für die verbliebenen Papiere. Bei einem Defizit müssen die Ausschüttungen an die Anteilseigner solange gestoppt werden, bis das Konto ausgeglichen ist.

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