Vergleich Tagesgeld und Festgeld – wo liegen die Unterschiede?
Tagesgeld und Festgeld sind zwei äußerst beliebte Geldanlagen, die ihren guten Ruf einigen sehr interessanten Merkmalen verdanken. Gerade aus diesem Grund ist die Entscheidung, ob man sein Kapital nun in ein Tagesgeldkonto oder Festgeldkonto investieren sollte, für einen Laien gar nicht so einfach so beantworten. Aufgrund dessen werden nun Tagesgeld und Festgeld einem Vergleich unterzogen, der sich auf alle relevanten Kriterien erstreckt.
Folgende Merkmale werden für den Vergleich zwischen Tagesgeld und Festgeld untersucht:
- Zinsen – Rendite
- Flexibilität
- Mindesteinlage
- Kosten
- Sicherheit
- Besteuerung
Zinsen – Rendite
Tagesgeld und Festgeld unterscheiden sich nur äußerst marginal in Bezug auf die Rendite, die man erzielen kann. Wer sein Kapital jedoch längerfristig anlegen möchte, bekommt auf einem Festgeldkonto höhere Zinsen, weil die attraktivsten Tagesgeld Zinsen oftmals nur zeitlich beschränkt für Neukunden gelten. Dafür werden beim Tagesgeld in vielen Fällen unterjährig Zinsen gutgeschrieben, so dass sich die Rendite durch den Zinseszins-Effekt erhöht.
Flexibilität
Ob man ein Tagesgeldkonto oder Festgeldkonto eröffnet, entscheidet sich nicht nur im Hinblick auf die Rendite, sondern vor allem auch beim Thema Flexibilität. Hier kann das Tagesgeld eindeutig punkten, denn es kann jederzeit ohne Fristen gekündigt werden und man hat zudem stetigen Zugriff auf das angelegte Kapital, wobei sowohl Einzahlungen als auch Abhebungen vom Tagesgeldkonto ohne Einschränkungen möglich sind. Auf einem Festgeldkonto ist das Geld dagegen über die gesamte Laufzeit hinweg nicht verfügbar und vorzeitige Kündigungen sind beim Festgeld nur mit triftigem Grund möglich, wobei sie zusätzlich noch Zinseinbußen mit sich bringen.
Mindesteinlage
Für Tagesgeld wird in den seltensten Fällen eine Mindesteinlage verlangt. Gerade bei Direktbanken können Sie davon ausgehen, dass das Guthaben ab dem ersten eingezahlten Cent entsprechend verzinst wird. Beim Festgeld hingegen ist nahezu immer eine Mindesteinlage fällig. Diese kann bei kleinen Beträgen anfangen, beispielsweise bei 2.500 EUR und kann bis zu 10.000 oder 25.000 gehen. Das ist von Bank zu Bank unterschiedlich.
Kosten
In Bezug auf die Kosten unterscheiden sich Tagesgeldkonto und Festgeldkonto kaum voneinander, denn wer sich im Internet für Tagesgeld oder Festgeld interessiert, wird schnell feststellen, dass beide Alternativen in der Regel vollkommen kostenlos verfügbar sind. Auch wenn der Trend bei den Filialbanken mittlerweile in die gleiche Richtung geht, sollte man sich dort die Angebote immer noch ein bisschen genauer anschauen, um später nicht auf unnötigen Kosten sitzen zu bleiben.
Sicherheit
Vergleicht man Tagesgeld und Festgeld im Bereich Sicherheit, so fällt auf, dass beide Geldanlagemöglichkeiten hier ähnliche Vorzüge mitbringen, wobei insgesamt das Festgeld die Nase vorn hat. Das Kapital auf einem Tagesgeldkonto und auch auf einem Festgeldkonto gehört zu den Bankeinlagen, die sowohl der staatlichen, als auch der freiwilligen Einlagensicherung unterliegen. Wer also Tagesgeld oder Festgeld bei einem deutschen Anbieter anlegt, kann in den meisten Fällen mit Hilfe durch einen zusätzlichen Einlagensicherungsfonds rechnen und bekommt im Insolvenzfall so fast immer 100% seines Kapitals zurück. Das Festgeld bietet darüber hinaus den Vorteil, dass man auch in Bezug auf die Zinshöhe über die gesamte Laufzeit hinweg hundertprozentig sicher sein kann, dass man den vorher vereinbarten Zins erhält. Die Tagesgeld Zinsen sind dagegen stets von den Entwicklungen auf dem Kapitalmarkt (vgl. EZB-Leitzins) abhängig und können sich auch nach der Kontoeröffnung noch verändern.
Besteuerung
Die Besteuerung von Tagesgeld und Festgeld verläuft bei beiden Geldanlagemöglichkeiten genau gleich gleich. Ab 01.01.2009 wird für Zinsen auf Kapitaleinlagen ein einheitlicher Steuersatz bei der Abgeltungssteuer von 25% plus Solidaritätszuschlag und eventuell Kirchensteuer fällig. Dieser wird bereits von der jeweiligen Direktbank direkt vom Zinsertrag abgezogen und an den Fiskus überwiesen. Da es sich hierbei um die gleiche gesetzliche Regelung für Tagesgeld und Festgeld handelt, wird man auch keine kleineren Unterschiede finden.
Fazit
Die Entscheidung, ob man sein Kapital auf einem Festgeldkonto oder als Tagesgeld anlegen sollte, hängt in erster Linie davon ab, wie man das entsprechende Kapital einstuft. Wenn man die Möglichkeit hat, über einen längeren Zeitraum hinweg auf das Geld zu verzichten, lohnt sich unter Umständen eine langfristige Festgeld Anlage. Wer dagegen immer Zugriff auf das Geld benötigt, fährt eindeutig mit einem Tagesgeldkonto besser.

